Dipel® ES



Insektizide,
emulgierbare Ölsuspension
Wirkstoff: 33,2 g/l Bacillus thuringiensis Berl. (var. kurstaki)
Gefahrensymbol: Xi

Biologisches Insektizid zur Bekämpfung schädlicher Raupen im Acker-, Obst-, Gemüse-, Wein- und Zierpflanzenbau sowie im Forst. Flüssig als Ölsuspension formuliert. Nach der Aufnahme von Dipel ES tritt ein Fraßstopp ein, so dass die Raupen auch in der im Vergleich mit chemischen Insektiziden verlängerten Abtötungszeit keine Schäden mehr anrichten können. Das Präparat ist ohne Wirkungsverlust mehrere Jahre lagerfähig und verteilt sich besonders fein auf Blättern, Nadeln und jungen Früchten. Diese gute Verteilung sichert in Verbindung mit der hohen Haftfestigkeit eine hohe Wirksamkeit.




Nr. 004080-00

Von der Zulassungsbehörde festgesetzte Anwendungsgebiete

Schadorganismus/Zweck Kulturart/Objekt
Einbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler Weinrebe
Freifressende Schmetterlingsraupen (ausg. Eulenarten), Kohlweißlingsarten Kohlgemüse
Freifressende Schmetterlingsraupen (ausg. Wollspinner-, Trägspinner- und Eulenarten) Kernobst, Steinobst, Ziergehölze
Gemeiner Goldafter Laubholz
Maiszünsler Mais
Freifressende Schmetterlingsraupen (ausg. Wollspinner-, Trägspinner- und Eulenarten, Großer Frostspanner), Schwammspinner, Nonne Laubholz, Nadelholz

Von der Zulassungsbehörde genehmigte Anwendungsgebiete

Schadorganismus/Zweck Kulturart/Objekt
Lauchmotte Zwiebelgemüse
Freifressende Schmetterlingsraupen (ausg. Eulenarten) Blattgemüse, frische Kräuter, Sprossgemüse, Zwiebelgemüse, Fruchtgemüse


Hinweis der Zulassungsbehörde zur Genehmigung: Mögliche Schäden aufgrund mangelnder Wirksamkeit oder Schäden an den Kulturpflanzen liegen im Verantwortungsbereich des Anwenders.


Anwendung

Ackerbau
Mais
Gegen Maiszünsler ________________________________________________________ 2 l/ha
spritzen in 500 l/ha Wasser mit Bodenfahrzeugen, Anwendungszeitpunkt: nach Befallsbeginn oder ab Warndienstaufruf. Max. 2 Anwendungen.

Forst
Laub- und Nadelholz
Gegen freifressende Schmetterlingsraupen (ausg. Wollspinner-, Trägspinner- und Eulenarten, Frostspanner)
mit Bodengeräten ________________________________________________________ 3 l/ha
spritzen in min. 600 l/ha Wasser.
mit Luftfahrzeugen ________________________________________________________ 3 l/ha
spritzen in 35 l/ha Wasser - auch im ULV-Verfahren - zur Flächenbehandlung,
Anwendungszeitpunkt: Nach Befallsbeginn im Frühjahr bis Herbst. Max. 2 Anwendungen im Abstand von 14 Tagen.
Gegen Schwammspinner
mit Bodengeräten _________________________________________________________ 2 l/ha
spritzen in min. 600 l/ha Wasser, Anwendungszeitpunkt: nach Befallsbeginn, Frühjahr bis Herbst.
mit Luftfahrzeugen _______________________________________________________ 2 l/ha
spritzen in min. 50 l/ha Wasser als Flächenbehandlung, Anwendungszeitpunkt: nach Befallsbeginn, Frühjahr bis Herbst.
Gegen Junglarven der Nonne
mit Luftfahrzeugen _______________________________________________________ 3 l/ha
spritzen in min. 35 l/ha Wasser, Anwendungszeitpunkt: nach Befallsbeginn.

Laubholz
Gegen Goldafter
mit Bodengeräten ____________________________________________________ 900 ml/ha
spritzen in min. 600 l/ha Wasser.
mit Luftfahrzeugen ___________________________________________________ 900 ml/ha
spritzen in min. 50 l/ha Wasser.
Anwendungszeitpunkt: Nach Befallsbeginn, Frühjahr bis Herbst
Zur Beachtung:
Minierende und Gespinst bildende Raupen müssen vor dem Eindringen in die Pflanze bzw. vor dem Anlegen der Gespinste bekämpft werden. Grundsätzlich sollte die Behandlung schon die Jungraupen erfassen, weil mit zunehmender Raupengröße die Fraßtätigkeit und damit die Empfindlichkeit abnimmt. Niederschläge kurz nach der Spritzung sind ungünstig. Nach der Ausbringung sollten die Temperaturen an mehreren Tagen mindestens 15 °C betragen.

Gemüsebau
Blattgemüse, frische Kräuter, Sprossgemüse, Zwiebelgemüse (Freiland und Gewächshaus)
Gegen freifressende Schmetterlingsraupen (außer Eulenarten) ________________ 300 ml/ha
spritzen in 600 l/ha Wasser, Anwendungszeitpunkt: ab Larvenstadium L1, nach Befallsbeginn oder ab Warndienstaufruf. Max. 2 Anwendungen im Abstand von 5 bis 7 Tagen.

Fruchtgemüse (Gewächshaus)
Gegen freifressende Schmetterlingsraupen (außer Eulenarten) ________________ 300 ml/ha
spritzen in 600 l/ha Wasser, Anwendungszeitpunkt: ab Larvenstadium L1, nach Befallsbeginn oder ab Warndienstaufruf. Max. 2 Anwendungen im Abstand von 5 bis 7 Tagen.

Kohlgemüse
Gegen freifressende Schmetterlingsraupen
(außer Eulenarten) ____________________________________________________ 600 ml/ha
spritzen in 600 l/ha Wasser.
Gegen Kohlweißling ____________________________________________________ 300 ml/ha
spritzen in 600 l/ha Wasser.
Anwendungszeitpunkt: nach Befallsbeginn oder ab Warndienstaufruf. Max. 1 Anwendung.

Zwiebelgemüse
Gegen Lauchmotte ____________________________________________________ 300 ml/ha
spritzen in 600 l/ha Wasser, Anwendungszeitpunkt: ab Larvenstadium L1, nach Befallsbeginn oder ab Warndienstaufruf. Max. 2 Anwendungen im Abstand von 5 bis 7 Tagen.

Obstbau
Kernobst, Steinobst
Gegen freifressende Schmetterlingsraupen (ausg. Wollspinner-, Trägspinner- und Eulenarten) _____________________________________________________________ 0,5 l/ha und je m Kronenhöhe
spritzen in 500 l/ha Wasser und je m Kronenhöhe (0,1%; 100 ml je 100 l Wasser), Anwendungszeitpunkt: nach der Blüte und nach Befallsbeginn oder ab Warndienstaufruf. Max. 1 Anwendung.

Weinbau
Weinrebe
Gegen Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler
1. Generation (Heuwurm) ____________________________________ 0,5 l/ha (Basisaufwand)
Ab Rebstadium ES 61 _____________________________________________________ 1,0 l/ha
Ab Rebstadium ES 71 _____________________________________________________ 1,5 l/ha
spritzen in 800 - 1600 l/ha Wasser, Anwendungszeitpunkt: ab Vollentwicklung der Gescheine bis zur abgehenden Blüte. Max. 2 Anwendungen im Abstand von 10 bis 14 Tagen.
Gegen Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler
2. Generation (Sauerwurm)
Ab Rebstadium ES 71 _____________________________________________________ 1,5 l/ha
Ab Rebstadium ES 75 _____________________________________________________ 2,0 l/ha
spritzen in 800 - 1600 l/ha Wasser, Anwendungszeitpunkt: ab Fruchtansatz (Rebstadium 71). Max. 2 Anwendungen im Abstand von 10 bis 14 Tagen.

In Steillagen jeweils bis zu 25 % höherer Mittelaufwand. Allgemeine Konzentration im Weinbau: 0,125 %. Mit Zusatz von Zucker 1 %. Nach eigener Erfahrung kann die Zuckerkonzentration auf 0,5 % gesenkt werden.

Zierpflanzenbau
Zierpflanzen
Gegen freifressende Schmetterlingsraupen (ausg. Wollspinner-, Trägspinner- und Eulenarten) 0,1%
spritzen in min. 1500 l/ha Wasser (100 ml je 100 l Wasser), Anwendungszeitpunkt: nach der Blüte, nach Befallsbeginn oder ab Warndienstaufruf. Max. 1 Anwendung.

Anwendungstechnik

Ansetzen der Spritzbrühe
Dipel ES auslitern und bei laufendem Rührwerk der wassergefüllten Spritze zugeben.

Empfohlene Wasseraufwandmenge
Bei der Ausbringung mit Luftfahrzeugen __________________________________ 35 - 50 l/ha
Maiszünsler im Spritzverfahren ____________________________________________ 500 l/ha
Forst (Bodengeräte) _____________________________________________________ 600 l/ha
Obstbau _____________________________________________ 500 l/ha und je m Kronenhöhe
Weinbau _________________________________________________________ 800 - 1600 l/ha
Zierpflanzenbau _______________________________________________________ 1500 l/ha
Gemüsebau ___________________________________________________________ 600 l/ha


Ausbringungstechnik
Spritzbrühen sollten grundsätzlich nicht länger als 12 Stunden stehen bleiben. Die Brühemenge so bemessen, dass eine gute Benetzung der Blattober- und Blattunterseite gewährleistet ist.


Mischbarkeit
Dipel ES ist mit den meisten Fungiziden und Blattdüngern gut mischbar, darf aber nicht mit alkalischen Mitteln wie Magnesium-Düngern gemischt werden. Mischungen mit Kupfer-Fungiziden bis zu einer Aufwandmenge von 1 kg/ha beeinträchtigen die Wirkung nicht.


Reinigung
Spritzgerät und -leitungen nach Gebrauch gründlich mit Wasser reinigen. Dazu ca. 20 % des Tankinhaltes mit Wasser auffüllen und dabei Innenflächen des Tanks mit dem Wasserstrahl abspritzen. Rührwerk für ca. 2 Minuten einschalten. Anschließend Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der zuvor behandelten Fläche verspritzen. Die regelmäßige Reinigung der Pflanzenschutzspritze von außen, insbesondere des Brühebehälters, Pumpenaggregates und Gestänges, sollte Bestandteil des normalen betrieblichen Ablaufes sein und möglichst direkt auf dem Feld erfolgen. Hierzu werden von den Geräteherstellern entsprechende Nachrüstsätze mit Wasservorratsbehältern und Reinigungsbürsten angeboten.

Wartezeit
Blattgemüse, frische Kräuter, Fruchtgemüse, Kernobst, Kohlgemüse, Mais, Sprossgemüse, Steinobst, Weinrebe, Zwiebelgemüse: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen vorgesehener Anwendung und Nutzung (z.B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich.
Laub- und Nadelholz, Laubholz, Zierpflanzen: Die Wartezeit ist ohne Bedeutung (N)

Umweltverhalten

Bienen
Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nichtbienengefährlich eingestuft (B4) (NB6641).

Nützlinge
Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Typhlodromus pyri (Raubmilbe) eingestuft (NN134). Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Chrysoperla carnea (Florfliege) eingestuft (NN170). Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Trichogramma cacoeciae (Erzwespe) eingestuft (NN180). Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Phygadeuon trichops (Schlupfwespe) eingestuft (NN181). Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Coccygomimus turionellae (Schlupfwespe) eingestuft (NN182). Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Pales pavida (Raupenfliege) eingestuft (NN193).

Gewässer/Grundwasser
Mittel und dessen Reste sowie entleerte Behälter und Packungen nicht in Gewässer gelangen lassen (NW466).

Lagerung
Getrennt von Lebens- und Futtermitteln, unzugänglich für Kinder und nur in der verschlossenen Originalpackung aufbewahren.


Hinweise für sicheren Umgang

Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten (SP001).

Anwenderschutz
Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen (SB001). Die Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist zu beachten (SB110). Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel (SS110). Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel (SS2101).

Kennzeichnung GefStoffV
R 43 : Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich. S 2 : Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. S 13 : Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten. S 23 : Gas/Rauch/Dampf/Aerosol nicht einatmen (geeignete Bezeichnung[en] vom Hersteller anzugeben). S 24 : Berührung mit der Haut vermeiden. S 36/37 : Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung und Schutzhandschuhe tragen. S 46 : Bei Verschlucken sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder Etikett vorzeigen. S 51: Nur in gut belüfteten Bereichen verwenden. Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten. - SP001 Verpackung darf nicht wieder verwendet werden. Sicherheitsdatenblatt auf Anfrage für berufsmäßige Verwender erhältlich.

Abpackungen

1 l Flasche
(Orig.Kart. 10 x 1 l)
  Art.Nr. 4102
10 l Kanister
(Orig.Kart. 2 x 10 l)
  Art.Nr. 4105


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